Nachruf
Die Schiersteiner Christophorusgemeinde trauert um Margot Wehnert
Nach Wochen der Krankheit ist unser treues Gemeindeglied und unsere langjährige
Kirchenvorsteherin gestorben. Wir befehlen sie dem auferstandenen Heiland Jesus
Christus an, dem sie lange und freudig gedient hat.
Einen beträchtlichen Teil ihres Lebens hat sie im ehrenamtlichen Dienst an unserer
Gemeinde und ihren Menschen verbracht, hat unzählige Besuche gemacht, geholfen und
getröstet. Sie hat Feste und Veranstaltungen vorbereitet und fröhlich mit uns
gefeiert, sie hat mit uns Gottes Lob gesungen in den Gottesdiensten, sie war für
Ort und Gemeinde da. In ihrem pflichtbewussten Einsatz für die andern, in ihrer
frohen Lebensart und in ihrem festen Glauben bleibt sie uns Vorbild und Ansporn.
"Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du
hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst
mich am Ende mit Ehren auf."
(Psalm 73,23f.)
Die Gaben an der Krippe
Viel Zeit haben die Weisen an der Krippe von Bethlehem verschenkt, um ihre
wertvollen Gaben überreichen zu können. Ihre Geschenke sind Kostbarkeiten.
Einen Abglanz des Lichtes der Sonne geben sie mit dem Gold weiter. Nur der
Glanz des göttlichen Lichtes ist strahlender.
Mit dem Duft des Weihrauchs, der ohne Rauch verbrennt, wird sich die Luft reinigen.
So entsteht ein neues Parfüm, ein Bereich neuer Lebenszeit für die Musik, die
Poesie, die Feier und den Tanz.
Auch Myrrhe ist Geschenk aus Balsam und Strauch, ein kostbares Geschenk.
Myrrhe war Bestandteil heilender Salböle. Licht, Feier und Heilsein sind die
Gaben an der Krippe.
Erich Franz
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"Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels,
denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen, er hat uns einen starken
Retter erweckt!"
(Lukas 1, 68f.)
Ein starker Retter, liebe Scheerstaaner, wäre das nicht was? Wäre das nicht dran
in unserer heutigen Lage? Alles scheint auf der Stelle zu stehen in diesen Tagen:
die Wirtschaft schwächelt, statt neuer Arbeitsplätze stehen Entlassungen an.
Viele Jugendliche finden keinen Ausbildungsplatz. Die Politik scheint keine Konzepte
zu haben, stattdessen verstrickt man sich in kleinliche Streitereien.
So viele Probleme und so wenige Ideen, sie zu lösen. Müsste da nicht einer
kommen, der das Ganze mal in die Hand nimmt und endlich etwas tut? Diese
Versuchung ist so alt wie die Menschheit und immer wieder haben sich Menschen
als Retter angeboten. Kaiser Augustus zum Beispiel. damals in Rom, oder die
Menge der Diktatoren des vorigen Jahrhunderts, Stalin, Hitler. Am Ende aber
endete ihre Herrschaft regelmäßig mit einer riesigen Katastrophe.
Wo aber ist dann Rettung, wo ist Hilfe, wo Erlösung aus den Übeln? So kann man
schon fragen bei all den Nöten unserer Tage. Und ich möchte antworten: mit Händen
ist sie wirklich nicht zu greifen, und dennoch ist die Rettung da. Das nämlich
geschah an jenem dunklen Weihnachtsabend vor 2000 Jahren:
"Gott besuchte sein Volk." Das Wunder geschah. Der unendliche Abstand zwischen
Gott und Menschen wurde überwunden. Der unüberwindliche Graben zwischen den
sterblichen Geschöpfen und dem unsterblichen Schöpfer wurde überbrückt, für
immer. Gott wurde als Mensch geboren, er war in Jesus Christus, und er lebt weiter
in unsrer Welt, lebt auch in uns. Ein Keim des Göttlichen, ein Keim zur Unsterblichkeit
und Glückseligkeit ist in uns allen, seit Weihnachten geschah. ‚‚Gott wurde Mensch,
damit wir Menschen göttlich würden", so sagte es der Kirchenvater Irenäus.
Auch dies ist Wunder der Weihnachten: Christus, der Retter, will in uns leben.
Und darum sind auch unsre Rettung und unser Retter nicht da außen irgendwo, nein,
sie liegen in uns selbst. So wünsche ich uns allen zu diesem Weihnachtsfest: dass
wir die göttlichen Gaben und Kräfte in uns entdecken. Dass sie aufflammen in der
Freude unserer Gottesdienste und Feiern. Diese göttliche Kraft aus unserem Inneren,
sein Wort und Gebot lasst uns gemeinsam der Kälte unserer Tage entgegensetzen. Eintreten
für Mitmenschlichkeit und Gerechtigkeit, für die Lebens- und Arbeitsmöglichkeiten
aller Menschen in unserem Land. Die Rettung ist da, und sie wird Wirklichkeit
durch jeden Einzelnen von uns.
Mit diesen Weihnachtsgedanken grüßt Sie herzlich
Ihr Pfarrer Jörg Mohn
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