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Herzlichen Glückwunsch
Christophoruskirche!
Retrospektive auf ein Jahrhundert-Ereignis
Wenn man 250 Jahre alt wird und noch frisch, attraktiv und voller Leben ist,
hat man Anspruch auf eine besonders festliche und ausgedehnte Geburtstagsfeier.
Das ganze Jahr stand im Zeichen des Jubiläums unserer Christophoruskirche.
Abgesehen von den jährlich üblichen Veranstaltungen gab es etliche "Schmankerln".
Mannigfaltig waren die Arbeiten zu Vorbereitung und Durchführung der
Feierlichkeiten; hier haben sich viele "Kärrner" selbstlos beteiligt und
verdienen Anerkennung und großes Lob.
Als erstes sei die wohlgelungene Festschrift genannt, die Pfarrer, Kantor und
einige schreibgewandte Zuträger zu einem visuellen und geistigen Schmuckstück
werden ließen, das auch unseren Nachfahren noch Freude bereiten wird. Richtig
los gings am Hafenfest mit dem Festzug, wofür phantasievolle Köpfe und rege und
geschickte Hände einen Wagen festlich geschmückt hatten. Etliches große und
kleine Fußvolk der Gemeinde begleitete ihn auf seinem Weg durch den Ort.
Für den 9. September lud dann der Haus- und Hofchronist zu einem Vortrag zur
Geschichte von Kirche, Gemeinde und Ort ins Christophorushaus und in die Kirche
ein. Leider hatte der Küster zu viele Stühle im Saal aufgestellt. Man vermisste
etliche einheimische Gesichter, ebenso beim a-capella-Konzert der Kantorei am
18. September. Jubilarin, Referent und Musikanten hätten eigentlich größeres
Interesse verdient gehabt.
Bei der Eröffnung der Sonderausstellung im Heimatmuseum am 12. September, die
von zwei alten, sachkundigen "Scheerstaanern" konzipiert und gestaltet worden
war, herrschte schon etwas mehr Andrang. Es wurden Sekt und Saft gereicht.
Die Operetten-Skala mit dem "Scheerstaaner" Tenor Karlheinz Ohnhaus mit
Begleitern löste am nächsten Tag beim Seniorennachmittag Begeisterungsstürme aus.
Am 17. September war dann Kerbe-Eröffnung am Hafenrondell. Während der
Liedervorträge von Gesangverein Eintracht, Gesangsriege der Turngemeinde und
CVJM-Kindern ging der lautstarke Rummel ungehindert weiter. Nur die Nah-Stehenden
und -Sitzenden bekamen da überhaupt etwas mit; den Rest interessierte das
offenbar auch gar nicht. Die Ubertragungsanlage war traditionell mangelhaft.
Vom üblichen Begrüßungs-Bla-Bla hob sich die Rede von Pfarrer Jörg Mohn wohltuend
ab. Er erklärte dem staunenden Publikum, dass die Kerb eigentlich das Fest der
Weihe der Kirche ist, was wahrscheinlich für etliche Weinnasen und Bierbäuche
etwas völlig Neues war. Für viele ist ja die Kirchweih lediglich willkommener
Grund und Anlass, sich wieder einmal kräftig Einen hinter die Binde zu gießen.
Am 15. September, dem eigentlichen Weihetag, ließ unsere Jubilarin endlich wieder
einmal alle drei Glocken erklingen, was ob der bekannten Malaise mit dem Turm den
Verantwortlichen und dem Berichterstatter als Ohren- und Augenzeuge einige bange
Minuten bescherte. Es ging aber alles gut.
Der Zenit der Festivitäten war der Festgottesdienst am 19. September. Etliche
Gäste mussten mit Stehplätzen in der Kirche vorlieb nehmen. Eine nur halb so
volle Kirche bei sonstigen Gottesdiensten würde das Herz eines jeden Geistlichen
höher schlagen lassen. Propst Sigurd Rink höchstselbst hielt die Festpredigt;
er bezog sich dabei auch auf die Musik, die erklang:
Mozarts "Krönungsmesse", bei welcher die Kantorei und das Barock-Ensemble
"La Corona" das Platzangebot im Altarraum
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bis zum letzten Millimeter ausreizen mussten. Die Musikanten aus Freiburg hatten
als Prä- bzw. Postludium jeweils eine Konzertouverture von Mozart parat. Der Propst
stellte die rhetorische Frage, was wohl passiert wäre, hätte sich Mozart einst
statt in Wien in Schierstein beworben. Lobend sei vermerkt, dass Pfr. Mohn trotz
seiner Aufgaben als Liturg es sich nicht nehmen ließ, bei seiner Kantorei mit zu
singen. Auch der Dank des regen Besuchs von allein 300 geladenen Gästen kräftige
Gemeindegesang war bemerkenswert; Letzteres bezog sich auch auf die Kollekte und
die Spenden. Es war kurz gesagt, eine "runde Sache".
Nach dem Gottesdienst hatte die Gemeinde zu einem Empfang in der festlich
geschmückten Schulturnhalle eingeladen, die von fleißigen Händen ihrer Kargheit
beraubt worden war, so dass man sich darin wohlfühlen konnte. Der Raum war
propenvoll. Es wurden Sekt, Saft und Appetithäppchen kredenzt.
Der KV-Vorsitzende Eberhard Seidensticker hielt souverän Regie und die Ansprachen
hielten sich in akzeptabler Länge. Die Kinder der Hafenschule und der
Kindertagesstätte erfreuten die Gäste mit ihren Darbietungen.
Fast alle Helfer, die zum Gelingen der Gesamt-Feierlichkeiten beigetragen hatten,
wurden aufs Podium zitiert und ihre Arbeit gewürdigt. Reger Gedankenaustausch
unter den zahlreichen Gästen war eine erfreuliche "Randerscheinung".
Bei der Podiumsdiskussion am 7. Oktober zum Thema "Sozialstaat in der Krise"
war der Berichterstatter verhindert, weshalb er sich diesbezüglich eines
Kommentars enthalten muss. Allerdings musste er erfahren, dass auch hier das
Interesse nicht allzu groß war.
Fazit: Es war Alles wohlgelungen, unserer Jubilarin würdig und wird denen, die
es miterlebt haben, noch lange in schöner Erinnerung bleiben.
Ad maiorem Dei gloriam - zum größeren Ruhme Gottes.
Heinz Leukel
Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und
den Ort, da deine Ehre wohnt.
Psalm 26,8
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