Nr. 3 September 2006
Wallfahrten eines Protestanten
Ist so etwas überhaupt möglich? Kann ein Protestant eine Wallfahrt
unternehmen? Aber sicher! Der Autor hat schon einige hinter sich.
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Seit meiner frühesten Jugend ist mir, abgebildet in einem alten, zerfledderten
Deutschlandbuch, ein kleines Relief vor Augen. Es befindet sich in der einsam über dem alten Mosel-
Weinort Ediger liegenden Heilig-Kreuz-Kapelle. Es zeigt "Christus in der Blutkelter",
ein typisches religiöses Motiv in Weingegenden. Er vergießt sein Blut für die sündige
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Menschheit. Die Welt ist die Kelter.
Weil es schon lange mein Wunsch war, diesem Christus einmal "von Angesicht zu Angesicht"
zu begegnen, setzte ich mich eines Tages in den Zug und fuhr an die Mosel. Der Fußweg bergauf war recht steil und beschwerlich, besonders bei frühsommerlicher Hitze, und führte an den Kreuzweg-Stationen vorbei. Ich hoffte sehnlich, dass die kleine Kapelle geöffnet sei. Sie war offen. Ich war ganz alleine
und verbrachte dort fast eine Stunde, die zu den tiefsten und glücklichsten meines Lebens gehörte, eine Stunde, wie sie einem nur selten geschenkt wird. Da niemand sonst dabei war, konnte ich ungestört meinen Gedanken nachhängen.
Nicht ohne Erschütterung las ich auf einer Informationstafel, dass der Bau der Kapelle auf Anordnung eines der Autoren des
berüchtigten „Hexenhammers“ zurück ging, was das Dorf Ediger nach einem "Hexen"-Prozess vor weiteren schlimmeren
Sanktionen bewahrte.
Trotz der Ambivalenz der Empfindungen überwog bei mir eine tiefe Befriedigung und Dankbarkeit und ich verbrachte den restlichen Tag in gehobener Stimmung, wozu, das sei freimütig bekannt,das später als Belohnung für die Mühen des Aufstiegs
genossene "Blut Christi" (Wein), in nicht unerheblichem Maße beitrug.
Heinz Leukel
Die "Wallfahrten eines Protestanten" unseres Gemeindemitgliedes
Heinz Leukel werden wir in weiteren Fortsetzungen vorstellen (die Redaktion).
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Am Reformationstag (31. Oktober) erinnern Protestanten in aller Welt an
den Beginn der Reformation durch Martin Luther vor fast 500 Jahren. Ob Luther seine gegen Missstände in der Kirche
gerichteten 95 Thesen am 31. Oktober 1517 tatsächlich an die Tür der Wittenberger Schlosskirche schlug, ist zwar
historisch nicht gesichert. Die öffentliche Wirkung seiner
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Thesen ist jedoch unumstritten. Heute wird der Gedenktag als Gelegenheit zur evangelischen Selbstbesinnung und Selbstprüfung verstanden.
Der Augustinermönch Luther wollte die Kirche erneuern und sie
zur Botschaft des biblischen Neuen Testaments als ihrem geistigen
Ursprung zurückführen.
Heute ist der Reformationstag nur in den neuen Bundesländern, nicht aber in Berlin und im alten Bundesgebiet gesetzlicher Feiertag. In Thüringen wird der Tag in überwiegend evangelischen Gemeinden als gesetzlicher Feiertag begangen.
Wir feiern das Gedächtnis der Reformation am Sonntag
nach dem 31. Oktober 2006, dem so genannten
"Reformationsfest", um 10.00 Uhr in unserer Christophoruskirche.
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