Aus der
Schiersteiner Kantorei

Kirchenmusik: Unsere Termine bis Februar

Samstag, 1. Dezember 2007 um 18.00 Uhr in der Marktkirche Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium Gesamtaufführung der Teile 1 bis 6 Katherina Müller, Sopran / Ruth Sandhoff, Alt / Marcus Ullmann, Tenor / Gotthold Schwarz, Bariton / Schiersteiner Kantorei/ Bach-Ensemble Wiesbaden /
Leitung: Martin Lutz Eintritt: 8 bis 22 Euro

Sonntag, 2. Dezember 2007 um 16.30 Uhr in der Christophoruskirche 33. BachVesper mit Johann Sebastian Bach: Kantate BWV 36 "Schwingt freudig euch empor"
Studierende der Musikhochschule Frankfurt/Kantorei St. Katharinen Frankfurt/Bach-Collegium Frankfurt-Wiesbaden
Leitung Michael Graf Münster, Eintritt frei!

Samstag, 15. Dezember 2007 um 18.00 und 20.00 Uhr sowie Sonntag, 16. Dezember 2007 um 17.00 Uhr in der Christophoruskirche
Weihnachtsmusik bei Kerzenschein
Motetten, Liedsätze und Orgelmusik von Meistern des 16. bis 20. Jahrhunderts mit der Schiersteiner Kantorei
Leitung und Orgel: Martin Lutz Eintritt: 10,- (alle drei Konzerte sind nahezu ausverkauft, Restkarten bei Schreiben und Schenken in der Reichsapfelstraße)

Sonntag, 6. Januar um 16.30 Uhr in der Marktkirche 34. BachVesper mit Johann Sebastian Bach: Kantate "Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben" (Teil 6 des Weihnachtsoratoriums
Studierende der Musikhochschule Frankfurt/Kantorei St. Katharinen Bild: SK-Logo Frankfurt und Schiersteiner Kantorei/Bach-Collegium Frankfurt-Wiesbaden
Leitung: Martin Lutz Eintritt frei!

Samstag, 31. Januar um 17.00 Uhr in der Christophoruskirche 387. Schiersteiner Vespermusik "Incontro a Venezia" – Venezianische Kammermusik des Barock, Julia Huber, Barockvioline/Daniela Wartenberg, Barockcello / Christian Pfeifer, Orgel - Eintritt frei!

Sonntag, 3. Februar um 16.30 Uhr in der Christophoruskirche 35. BachVesper mit Johann Sebastian Bach: Kantate BWV 22
"Jesus nahm zu sich die Zwölfe" Studierende der Musikhochschule Frankfurt/Kantorei St. Katharinen Frankfurt und Schiersteiner Kantorei/Barockensemble Parnassi musici / Leitung: Martin Lutz - Eintritt frei!

Immer aktualisierte Informationen finden Sie im Internet auf unserer Webseite www.bach-wiesbaden.de.


Wallfahrten eines Protestanten Nr. 5

Als ein Ausflug meiner Schulkameraden an die Mosel nach Bernkastel angekündigt wurde, war ich wie elektrisiert. "Nikolaus Cusanus" schoss es mir durch den Kopf
Kues liegt bekanntlich gegenüber Bernkastel. Direkt am Ufer fällt sofort ein architektonisches Kleinod auf, das auch ein historisches, geistiges und geistliches ist: das St. Nikolaus-Hospital.

Vor Jahren hatte ich schon einmal vergeblich versucht hinein zu kommen. Die berühmte und wertvolle Bibliothek mit ihren astronomischen und geodätischen Instrumenten zog mich Bücherwurm an wie ein Magnet. Hoffnungs- und erwartungsvoll überquerte ich die Mosel mit der Bereitschaft, notfalls auch aufs Mittagessen zu verzichten. Und diesmal hatte ich Glück!
Bild: Cusanus Als Fünfter konnte ich mich einer 90minütigen ausführlichen und profunden Führung anschließen (und für's Mittagessen hat's auch noch gereicht). Wer war nun dieser Nikolaus von Kues (eigentlich Nikolaus Krebs), der dieses Armenhospiz gründete und seiner Vaterstadt schenkte?
Kurzum: Nikolaus war einer der überragenden geistigen und geistlichen Persönlichkeiten des 15. Jahrhunderts. Im Jahre 1401
als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns und Schiffseigners geboren, studierte er in Heidelberg die "Sieben freien Künste", den Grundstock jedes weiteren Studiums, Kirchenrecht in Padua und Theologie und Philosophie, die damals noch als Einheit galten, in Köln.
Auf dem Basler Konzil 1432-1436 war er einer der führenden Theoretiker, reiste nach Konstantinopel zu Verhandlungen über die Wiedervereinigung der katholischen und der griechischorthodoxen Kirche, die allerdings ergebnislos verliefen, war päpstlicher Gesandter bei Reichs- und Fürstentagen, wurde Kardinal, Bischof von Brixen in Südtirol und schließlich Generalvi kar des Kirchenstaates.
Unermüdlich setzte er sich für die Reform der Kirche "an Haupt und Gliedern" und die Abschaffung etlicher Missstände (Aberglauben, betrügerischen Reliquienhandel, übermäßige Zahl der Feiertage, Aufweichen der klösterlichen Disziplin) ein. Eine ganze Reihe bedeutender theologischer Schriften stammt aus seiner Feder. Eine profunde Bildung, nicht nur in theologischer und philosophischer, sondern auch in naturwissenschaftlicher Hinsicht, besonders in Astronomie und Mathematik, ließen ihn zu Einsichten und Erkenntnissen gelangen, die ihrer Zeit weit voraus waren. Schon vor Kopernikus war ihm klar, dass wir in einer heliozentrischen und nicht in einer geozentrischen Welt wohnen. Er erstellte eine der frühesten Landkarten von Mitteleuropa und schlug eine gründliche Reform des Julianischen Kalenders vor. Auch konnte er beweisen, dass die sogenannte "Konstantinische Schenkung", die den weltlichen Machtanspruch des Papsttums begründen soll, eine Fälschung des 8. Jahrhunderts war. Der Vatikan war verständlicher Weise alles andere als begeistert über diesen "Knall".
Nikolaus von Kues war als Universalgelehrter eine der Leuchten des Mittelalters. Als passionierter Bibliophiler sammelte er fleißig Bücher und ließ seine geistigen Kinder in teilweise prächtige Handschriften fassen.
Sein bleibendes Vermächtnis aber ist die Stiftung des Armenhospitals (Altenheim) in seinem Heimatort, dem er sein ganzes Vermögen mitsamt der einzigartigen Bibliothek vermachte. Die von ihm erstellten Statuten sind heute noch gültig.
1464 erkrankte er auf einer Reise in Italien und starb in Todi in Umbrien.
Sein Leib ruht in seiner Titularkirche S. Pietro in Vincoli (St. Peter in Ketten), in Rom, sein Herz in der kleinen, aber feinen Hospizkapelle.
Es gibt immer eine große Befriedigung und bereitet großes Vergnügen, sich mit solch überragenden Geistern zu befassen, auf die unser Vaterland stolz sein kann.

Heinz Leukel

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