| Es ist vollbracht
Nun haben wir glücklich die Wahl des neuen
Kirchenvorstandes hinter uns gebracht.
Glücklich deshalb, weil wir die erforderliche Anzahl an Kandidaten vorweisen konnten,
während in etlichen Gemeinden des Dekanats die Wahl überhaupt nicht
durchgeführt werden konnte -wegen Mangel an Kandidaten.
Desinteresse und fehlende Bereitschaft, ein verantwortliches Ehrenamt für
den Dienst an der Gemeinschaft zu übernehmen, spielen hierbei eine
entscheidende Rolle. Es ist eben einfacher, den Dingen ihren Lauf zu lassen und
zu kritisieren und zu meckern, als selbst die Ärmel hoch zu krempeln.
Immer Weniger wollen etwas arbeiten, was sich nicht in klingender Münze
auszahlt, eine Menetekel für unsere Spaßgesellschaft und ein Zeichen
für den Ungeist unserer Zeit. So erklären sich auch die gerade
einmal 16,9 % Wahlbeteiligung in unserer Gemeinde, obwohl sie paradoxer Weise
damit im Vergleich zu anderen Gemeinden durchaus in der Spitzengruppe liegt.
Vielleicht hat man sich auch anderswo einfach darauf verlassen, dass die
Kandidaten von selbst herbeiströmen würden. Man muss eben fleißig
"Türklinken putzen", wie wir es getan haben. Dabei bekam man auch
manchmal merkwürdige Ausflüchte und Entschuldigungen zu hören.
Nun stehen also die neuen Kirchenvorsteher fest, falls nicht das Dekanat, das
sein Plazet geben muss, ein "Haar in der Suppe", was den Wahlvorgang
betrifft, entdeckt. Es sind in alphabetischer Reihenfolge:
Hans-Martin AURICH, Karlheinz HASSENBACH, Christine HENRICH, Peter HOLZBRECHER,
Friedel LEHR, Hildegard LINK, Birgit MANK, Helga SACK, Eberhard SEIDENSTEICKER
und Marianne WINKENS-SACK.
Am 7. September wird der neue KV vereidigt und in sein Amt eingeführt.
Nach einem halben Jahr können zwei neue Mitglieder hinzu berufen werden.
Der/die neue Vorsitzende wird intern vom Kirchenvorstand gewählt.
Ihnen Allen, auch Denen, die es nicht geschafft haben, sei für ihre
Bereitschaft herzlich gedankt. Auch die "glücklosen" Kandidaten
werden gewiss bereit sein, in der Gemeinde aktiv mitzuwirken, denn Arbeit gibt
es genug.
Die "altgedienten" Kirchenvorsteher, die sich nach Jahren/Jahrzehnten
aufs "Altenteil" zurückziehen, um den Jungen Platz zu machen,
haben den Dank der Gemeinde erdient und verdient. Dem neuen Kirchenvorstand
wünschen wir Glück, fröhliches Wirken und Schaffen als
"rechte Hand" des Pfarrers, Gottes Segen und allzeit positive
"Erleuchtungen" zum Wohl unserer Christophorusgemeinde.
HL |
Wer dem Geringen Gewalt tut,
lästert dessen Schöpfer, aber wer sich des Armen erbarmt,
der ehrt Gott. (Spr. 14,31)
Liebe Scheerstaaner,
liebe Mitglieder unserer Christophorusgemeinde,
mit dem Monatsspruch für Juni grüße ich Sie alle ganz herzlich
in diesem Sommer 2003.
Die schönen sommerlichen Tage stehen uns bevor, Spaß und Sport im
Freien und auf dem Wasser sind angesagt, viele Feste werden wieder gefeiert
werden, auch in unserer Gemeinde.
Der Monatsspruch für Juni erinnert uns an das ernste und aufregende
Geschehen in der Welt, das uns seit Monaten schon umtreibt. Noch immer ist es
ja offen, welches Exempel der Irakkrieg am Ende gewesen sein wird: war es eine
Befreiungsaktion mit militärischen Mitteln, die einem Volk die
Selbstbestimmung zurückgibt? Oder war es vor allem völkerrechtswidriger
Krieg mit dem Hintergrund wirtschaftlicher Interessen? Oder ist es zuerst der
Versuch, Krieg als Mittel einzusetzen, um den Nahen Osten gewaltsam zu gestalten
und zu befrieden?
Noch immer ist es offen, wie die Fragen am Ende beantwortet werden müssen.
Denn der Sieg allein gibt dem Sieger noch nicht recht.
Sicher ist: ein Diktator sollte beseitigt werden, gestorben sind seine Bürger
- Soldaten, Zivilisten, Kinder. Unzählige wurden verletzt und traumatisiert.
Da wurde "Geringen" Gewalt angetan.
Wird sich nun in Zukunft "des Armen erbarmt" werden? Die
künftige Entwicklung, die Bereitschaft wirtschaftlich wieder aufzubauen und
zu helfen - auch von unserer Seite - wird es weisen, ob es wirklich um Hilfe
ging oder um eigenes wirtschaftliches Nutzen.
Das Wort aus den biblischen Sprüchen der Weisheit ermahnt uns an unsere
Sache: die Gewalt haben wir nicht verhindern können. Die wirtschaftliche
Hilfe für die Armen (Spenden für den Wiederaufbau Iraks, Unterstützung
von Hilfsorganisationen) liegt im Bereich unserer Möglichkeiten, ebenso ein
waches Eintreten für die Selbstbestimmung aller Völker und die
gemeinschaftliche Lösung der Konflikte durch die UN.
Frieden zu stiften wird auch nach der Botschaft Jesu nicht gelingen durch den
Einsatz überlegener Gewalt, sondern durch Ausgleich, Entgegenkommen,
gegenseitige Hilfe und verständnisvolles Miteinander. Dafür hartnäckig
einzutreten ist sicherlich Sache von uns Christen, gerade heute.
Ich wünsche uns allen schöne und fröhliche Sommertage, die auch
unserer Welt einige Hoffungsstrahlen bringen mögen.
Ihr Pfarrer Jörg Mohn |