100 Jahre Christophorus-Kindertagesstätte (1896 bis 1996)

Die Geschichte des Evangelischen Kindergartens
der Christophorusgemeinde Schierstein
![]() Bereits im Jahre 1892 beschäftigte sich der Kirchenvorstand unter Pfarrer Christian Wenzel mit der Gründung einer Diakonissenstation.
Am 15. Januar 1894 wandte sich Pfarrer Wenzel an den Leiter des Diakonissenhauses in Bern, Herrn Friedrich Dändliker (dessen erste Frau Sophie von Wurstemberger 1844 das Berner Diakonissenhaus gegründet hat) und bat um Überlassung einer Schwester zur Krankenpflege. Er führte aus, dass in diesem Jahre noch eine Kleinkinderschule mit Wohnungen für zwei Schwestern gebaut werden sollte.
Im Februar 1894 wurde der Vertrag zwischen dem Diakonissenhaus Bern und der evangelischen Kirchengemeinde Schierstein unterzeichnet und am 1. April 1894 wurde die hiesige Diakonissenstation gegründet. Sie wurde mit einer Schwester besetzt, der zum 1. Dezember 1894 eine zweite Diakonisse folgte. Je Diakonisse mußten jährlich 450 sfr zuzüglich Reisekosten an das Mutterhaus Bern gezahlt werden.
|
![]()
1898 kaufte die Kirchengemeinde Teile des Gemeindeschulgartens zum Preise von 20 Reichsmark per Ruthe ( = 25 qm). Die Arbeiten für die Erweiterung des Diakonissenhauses um eine Wohnung wurden im Oktober 1899 vergeben.
Im Januar 1910 wandte sich der Kirchenvorstand unter Pfarrer Arnold Ludwig Steubing mit der Bitte um finanzielle Unterstützung der Kleinkinderschule an die Ortsgemeinde, denn die evangelische Kirchengemeinde sah sich nicht mehr in der Lage, die Kosten alleine zu tragen. Der damalige Bürgermeister Schmidt mußte die Bitte allerdings mangels verfügbarer Mittel abschlagen.
So entschloss sich der Kirchenvorstand, einen örtlichen Diakonie-Verein zu gründen und startete 1922 einen Aufruf an die Christen der Gemeinde, diesem beizutreten. Mit den Mitgliedsbeiträgen sollte der Fortbestand von Krankenpflegestation und Kleinkinderschule gesichert werden. Auch die Ortsgemeinde trat 1922 dem Diakonie-Verein bei mit einem Jahresbeitrag von 1.000 Reichsmark. Durch Geldentwertung, steigende Ausgaben und hohe Arbeitslosigkeit flossen die Beiträge jedoch nicht in der gewünschten Höhe.
|



